In Wörrstadt stehen zwei christliche Kirchen direkt nebeneinander im Ortszentrum an der Pariser Straße: die evangelische Laurentiuskirche und die katholische St. Laurentius Kirche. Diese räumliche Nähe der Kirchen und der gleiche Schutzpatron zeigen ansatzweise das Nebeneinander und die Konkurrenz der beiden Konfessionen, die über Jahrhundert ging.
Die evangelische Laurentiuskirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und war ursprünglich katholisch. Als die Rheingrafen, zu deren Besitz Wörrstadt weitgehend gehörte, im Jahr 1545 zum Protestantismus übertraten, wurde auch die Bevölkerung größtenteils evangelisch. Nur eine kleine Minderheit von 25 Untertanen der Grafen von Salm blieb dem katholischen Glauben treu. In der Folgezeit nutzten beide Konfessionen die Kirche gemeinsam, was jedoch zu ständigen Reibereien führte. Dies fand erst ein Ende, als 1836 der Bau eines eigenen katholischen Gotteshauses beschlossen wurde.
Die neue katholische Kirche St. Laurentius wurde 1837 eingeweiht. Es handelt sich um einen klassizistischen Saalbau im Stil des großherzoglichen Oberbaurats und Hofbaudirektors Georg Moller.
Neben den christlichen Kirchen gibt es in Wörrstadt auch die islamische DITIB-Moschee (Sultan-Ahmet-Camii).
Über die Jahrhunderte hatte Wörrstadt auch eine lebendige jüdische Kultur, die mit dem Nationalsozialismus ein Ende fand. Zeuge davon sind z.B. die beiden jüdischen Friedhöfe in der Stadt. Auch der Name eines Ortstor (Judentor) gibt darauf Hinweise. Diesem jüdischen Leben ist ein eigenes Album im Archiv gewidmet.
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